Der Fall sorgte USA-weit für Empörung: Ein Fünfjähriger und sein Vater wurden von der Einwanderungsbehörde ICE in Gewahrsam genommen und in eine Haftanstalt gebracht. Nun ordnete ein Richter ihre Freilassung an – und fand scharfe Worte.
Ein Fünfjähriger und sein Vater, die am 20. Januar in Minneapolis im US-Bundesstaat Minnesota von Beamten der Einwanderungsbehörde ICE in Gewahrsam genommen wurden, kommen frei. Ein Richter in Texas, wohin Vater und Sohn für ihre Haft gebracht wurden, ordnete die Freilassung bis spätestens Dienstag an.
„Schlecht durchdacht und inkompetent umgesetzt“
Der Richter wählte in seiner Begründung ungewöhnlich scharfe Worte. Der Fall habe seinen Ursprung im „schlecht durchdachten und inkompetent umgesetzten Bestreben der Regierung, tägliche Abschiebequoten einzuhalten – offenbar selbst dann, wenn dies zur Traumatisierung von Kindern führt.“
Kein Abschiebebeschluss gegen Vater
Der Fall des Jungen hatte landesweit zu großer Empörung geführt. Kritiker sahen darin einen weiteren Beleg dafür, wie rigoros ICE-Beamte bei ihren Einsätzen vorgehen, die Teil der verschärften Migrationspolitik der Regierung von Präsident Donald Trump sind.
Laut damaligen Angaben des Heimatschutzministeriums hatte sich der Einsatz gegen den Vater gerichtet, der aus Ecuador stammen und sich illegal in den USA aufhalten soll. Nach früheren Angaben eines mit dem Fall vertrauten Anwalts soll die Familie im Dezember 2024 an einem offiziellen Grenzübergang Asyl beantragt haben. Ein Abschiebebeschluss habe nicht vorgelegen.