Erneut blockiert das US-Militär iranische Häfen und Küstengebiete. Die vierte Nacht in Folge haben die USA zudem Luftangriffe geflogen. Und Präsident Trump droht weiter: Er will Brücken und Kraftwerke zerstören. Nicht zum ersten Mal.
Das US-Militär hat eine Seeblockade gegen iranische Häfen wieder in Kraft gesetzt und erneut Ziele in Iran attackiert. Das für den Nahen Osten zuständige Regionalkommando CENTCOM teilte mit, mehrere Angriffswellen durchgeführt zu haben. Dabei seien Dutzende militärische Ziele getroffen worden.
Ziel sei unter anderem gewesen, die iranischen Fähigkeiten weiter zu schwächen, „die für Attacken auf Handelsschiffe in der Straße von Hormus eingesetzt werden“, erklärte CENTCOM. Die USA machen Iran für getötete und verletzte Zivilisten bei Angriffen auf Handelschiffe verantwortlich.
Es seien „mehr als 20 Kriegsschiffe der US-Marine und Hunderte Militärflugzeuge im gesamten Nahen Osten im Einsatz“. Die amerikanischen Streitkräfte seien „wachsam, schlagkräftig und einsatzbereit“, erklärte das Regionalkommando.
Trump droht mit Angriffen auf zivile Infrastruktur
In einem Interview mit dem US-Sender Fox News drohte Trump Iran erneut mit Angriffen auf die zivile Infrastruktur des Landes. Nächste Woche würden alle Kraftwerke und Brücken zerstört, „es sei denn, sie kommen an den Verhandlungstisch und verhandeln“, so Trump. Auch für die Folgenächte kündigte der Republikaner heftige Angriffe an. Die Attacken würden weitergehen, bis er sage, dass es genug sei.
Trump hatte Iran bereits im April mit der Zerstörung aller Brücken und Kraftwerke binnen weniger Stunden gedroht, seine Drohung dann aber nicht wahr gemacht. Auch damals wollte der Präsident Teheran zu Verhandlungen bewegen. An der Androhung hatte es massive Kritik gegeben, unter anderem von den Vereinten Nationen. Angriffe auf zivile Infrastruktur können nach dem Völkerrecht ein Kriegsverbrechen darstellen.
Iran droht mit Stopp von Energieexporten
Die iranische Revolutiongarde reagierte ebenfalls mit Drohungen – in Form einer Blockade sämtlicher Energieexporte aus der Region. Iran nahm außerdem erneut Golfstaaten wie Kuwait, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate unter Beschuss.
Auch vom US-Militär genutzte Hangar auf dem Luftwaffenstützpunkt Al-Asrak in Jordanien seien angegriffen worden. Kuwaits Armee meldete zuletzt vier verletzte Soldaten bei einem Angriff auf eines ihrer Marineschiffe.
Was wird aus dem Rahmenabkommen?
Die USA und Iran hatten Mitte Juni unter pakistanischer Vermittlung ein Rahmenabkommen unterzeichnet, das binnen 60 Tagen zu einem Friedensabkommen führen sollte. Teil der Einigung war eine „sichere und unentgeltliche Durchfahrt“ durch die Straße von Hormus.
Davon ist man jetzt weiter entfernt denn je. Trump hatte die ohnehin etliche Male gebrochene Waffenruhe mit Iran vergangene Woche für beendet erklärt und danach weitere Angriffe auf die Islamische Republik angekündigt. Die USA und Israel hatten den Krieg am 28. Februar gemeinsam begonnen.