Die „Donroe-Doktrin“: Trumps Pläne für die westliche Hemisphäre

Von | 6. Januar 2026

Erfolg macht Appetit auf mehr. Begeistert von der Blitzaktion des US-Militärs in Venezuela denkt Präsident Donald Trump laut über etwaige weitere Einsätze nach, so am Sonntag während des Rückflugs von Florida nach Washington: „Kolumbien ist auch sehr krank und wird von einem kranken Mann regiert, der gerne Kokain herstellt und es den Vereinigten Staaten verkauft“, so der Republikaner. „Und das wird er nicht mehr sehr lange tun.“

Eine Reporterin hakt nach: Heißt das eine weitere Armeeaktion? „Klingt gut“, antwortet Trump. Mit Mexiko werde man wohl auch „was tun“ müssen, obwohl er die Präsidentin des Landes schätze. Denn Mexiko werde von Drogenkartellen kontrolliert.

Und dann ist da auch Grönland. Überall dort russische und chinesische Schiffe – da brauche man Grönland allein schon wegen der nationalen Sicherheit, so Trump, zumal die Dänen mit dieser Bedrohung nicht fertig würden:

„Werden die Monroe-Doktrin bekräftigen und durchsetzen“

Seit Venezuela sagen Trump und Mitglieder seiner Regierung ganz offen, wie Amerika künftig in seinem Teil der Welt handeln will. Außenminister Marco Rubio: „Dies ist die westliche Hemisphäre, hier leben wir, und wir werden es nicht zulassen, dass die westliche Hemisphäre zu einer Operationsbasis für Gegner, Wettbewerber und Rivalen der Vereinigten Staaten wird.“

Das bedeutet: Die USA erlauben es anderen souveränen Staaten in der Region nicht mehr, selbst zu entscheiden, mit welchen Ländern, mit welchen Unternehmen sie Beziehungen pflegen und Geschäfte machen. Festgelegt wurde das in der neuen Nationalen Sicherheitsstrategie. Dort steht auf Seite 15: „Nach Jahren der Nichtbeachtung werden die Vereinigten Staaten die Monroe-Doktrin bekräftigen und durchsetzen, um die amerikanische Vorrangstellung in der westlichen Hemisphäre wieder herzustellen.“

Formuliert wurde diese Doktrin vor mehr als 200 Jahren von Präsident James Monroe. Er verbat sich fortan jede Einmischung europäischer Mächte in Lateinamerika. In Anspielung auf Trumps Vornamen sprechen Medien mit Blick auf die neue US-Außenpolitik inzwischen von „Donroe-Doktrin“, auch Trump selbst nutzte den Begriff bereits.

Hegseth: „Das ist ziemlich cool“

Auch Verteidigungsminister Pete Hegseth knüpfte gestern vor einer Gruppe von Armeerekruten an die Monroe-Doktrin an: „Es gab Amerikaner, die die Monroe-Doktrin bereits 1823 durchgesetzt haben“, sagte er. „Hier sind wir jetzt, im Jahr 2026, und Präsident Trump stellt Dominanz und Abschreckung in unserer Hemisphäre wieder her. Sie werden ein Teil dieses Erbes sein. Das ist ziemlich cool.“ Schon lange nicht mehr haben amerikanische Politiker so häufig das Wort „Dominanz“ verwendet wie in den letzten Tagen.

Ganz am Ende des Kapitels zur westlichen Hemisphäre findet sich in der Nationalen Sicherheitsstrategie schließlich dieser Satz: „Wir sollten jede Anstrengung unternehmen, um auswärtige Firmen rauszudrängen, die in der Region Infrastrukturprojekte durchführen.“ Klingt ganz so, als könnten beispielsweise Bauunternehmen aus Europa, die in Lateinamerika engagiert sind, Schwierigkeiten mit der Trump-Regierung bekommen.

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