Bei der Parlamentswahl in Schweden sind die Sozialdemokraten von Ex-Regierungschefin Andersson laut Hochrechnungen stärkste Kraft geworden. Ob es für die Regierungsbildung reicht, ist aber noch offen.
In Schweden liegen die Sozialdemokraten von Ex-Regierungschefin Magdalena Andersson laut einer Hochrechnung des Senders SVT bei der Parlamentswahl vorn. Es zeichnet sich aber ein enges Rennen zwischen dem Mitte-links-Lager um Andersson und dem Lager um den konservativen Regierungschef Ulf Kristersson ab.
Anderssons Partei kommt auf 28,1 Prozent der Stimmen. Bei der Hochrechnung, einer Kombination aus Nachwahlbefragungen und Auszählungsergebnissen, folgt Kristersson konservative Partei mit 19,9 Prozent der Stimmen.
Enges Rennen zwischen beiden Lagern
Welches politische Lager am Ende eine Mehrheit der 349 Sitze im schwedischen Reichstag für sich beanspruchen kann, wird sich erst noch zeigen. Die Parteien, die Andersson als Ministerpräsidentin unterstützen – neben den Sozialdemokraten die Linken, Grünen und die liberale Zentrumspartei – liegen der Hochrechnung zufolge bei 176 Sitzen. Sie hätten damit eine knappe Mehrheit von zwei Sitzen.
Die bisherige Koalition von Kristersson aus drei Parteien sowie die rechtspopulistischen Schwedendemokraten kommen zusammen auf 173 Sitze.
Verluste für Rechtspopulisten
Die Schwedendemokraten kommen in der Hochrechnung auf 17,6 Prozent und würden damit im Vergleich zur Wahl 2022 (20,54 Prozent) Verluste verzeichnen. Die Rechtspopulisten hatten in den vergangenen vier Jahren die Minderheitsregierung von Moderaten, Christdemokraten und Liberalen in Schweden toleriert. Kristersson hatte angekündigt, sie im Falle eines Wahlsiegs in sein Kabinett zu holen.
Migration und Bandenkriminalität als Wahlkampfthema
Rund acht Millionen Schwedinnen und Schweden waren aufgerufen abzustimmen. Lange vor der Wahl hatte die Opposition in Umfragen weit vorn gelegen. Kurz vor dem Termin hatte sich aber doch ein engeres Rennen um die Macht abgezeichnet als erwartet.
Im Wahlkampf ging es unter anderem um die Herausforderungen des Landes im Umgang mit Migration, um Bandenkriminalität und um eine Verschärfung des Strafrechts – aber auch um die Frage, ob die Rechtspopulisten in Schweden erstmals Teil einer Regierung werden könnten.
Mit Informationen von Jana Sinram, ARD-Studio Stockholm