Waldbrände: Auch die Türkei und Griechenland kämpfen gegen Flammen

Von | 30. Juli 2026

Starke Winde und Hitze haben in der Türkei und Griechenland neue Waldbrände entfacht. Am griechischen Mittelmeer kamen drei Feuerwehrleute ums Leben. Auch in Frankreich und Spanien brachen neue Brände aus. Es gibt aber auch Hoffnungsschimmer.

Während Einsatzkräfte in Frankreich und Spanien immer noch gegen die Ausbreitung der Waldbrände dort kämpfen, sind inzwischen weitere Feuer in der Türkei und in Griechenland ausgebrochen.

Im südtürkischen Antalya bekämpft die Feuerwehr seit Dienstag mehrere Brände in der Touristenregion. Ein Teil konnte bereits gelöscht werden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. Weil die Brände jedoch Wohngebiete erreichten, wurden einige Bewohner vorsorglich evakuiert. Mehrere Häuser brannten nieder. Die angrenzenden Tourismuszentren Adrasan und Olympos wurden aufgrund des Feuers für den Verkehr gesperrt.

Der Gouverneur von Antalya, Hulusi Sahin, erklärte als Gründe für die Brände extreme Hitze, starke Winde und trockene Luft. Er geht davon aus, dass das Wetter auch die nächsten Tage anhalten werde.

Darüber hinaus wurden mehrere Brände in den Provinzen Balikesir, Kütahya, Canakkale und Yalova im Westen der Türkei südlich von Istanbul und in der Provinz Mugla im Südwesten der Türkei gemeldet. Staatschef Recep Tayyip Erdogan sprach von 90 neuen Brandherden, von denen die meisten aber unter Kontrolle gebracht worden seien. Nach seinen Angaben kämpften 3000 Einsatzkräfte gegen die Flammen.

Drei Feuerwehrleute in Griechenland gestorben

Auch an der griechischen Mittelmeerküste und auf mehreren Inseln kam es zu neuen großen Bränden. Tausende Urlauber und Anwohner mussten dadurch im Laufe des Tages ihre Unterkünfte verlassen.

Bei einem Einsatz gegen den Waldbrand auf Kreta verloren zwei Feuerwehrleute ihr Leben. Sie hatten nach Angaben der Feuerwehr im dichten Rauch die Orientierung verloren und wurden von den Flammen umzingelt. Ein örtlicher Gemeindevertreter sagte dem Sender ERT, das Feuer auf der Urlaubsinsel sei „außer Kontrolle“. Die Feuerfront auf Kreta soll rund 15 Kilometer lang sein. Auf Satellitenbildern der NASA und der europäischen Wetter-Satellitenorganisation EUMETSAT sind die Ausmaße und die gewaltige Rauchentwicklung zu sehen.

Flammen in der Nähe eines Gebäudes in Krya Vrysi, Rethymno auf der griechischen Insel Kreta

Die Feuerfront auf Kreta soll rund 15 Kilometer lang sein.

Ein weiterer Feuerwehrmann wurde in der Nähe des Hafens Gytheio auf der Halbinsel Peloponnes leblos aufgefunden. Die genaue Todesursache war zunächst unklar.

Zudem gibt es Berichte über Feuer auf den Inseln Paros und Lesbos, Windgeschwindigkeiten von bis zu 74 Kilometern pro Stunde verschärfen die Lage. Das Ministerium für Katastrophenschutz gab für Donnerstag die fast höchste Feuerwarnung für mehrere Gebiete aus, darunter Kreta, den Großraum Athen, den Osten der Peloponnes und die meisten Inseln in der Ägäis.

Neue Brände in Frankreich

Unterdessen dauert die Brandbekämpfung in Frankreich und Spanien an. In mehreren Regionen Frankreichs brachen erneut Feuer aus. Im südfranzösischen Departement Var, wo zuvor bereits Brände gewütet hatten, entfachte im Bereich der Kleinstadt Brignoles ein neues Feuer, wie das Departement am Mittwochabend mitteilte. 100 Hektar Fläche gerieten in Brand, mehr als 600 Menschen mussten evakuiert werden.

Auch aus dem Wald von Fontainebleau südlich von Paris wurde ein neues Feuer gemeldet; dort hatte es vor zwei Wochen bereits gebrannt. Evakuierungen waren aber nicht geplant, wie die Zeitung „Ouest-France“ unter Verweis auf Einsatzkräfte berichtete. Die Feuerwehr bekämpfte die Flammen mit Unterstützung von Landwirten, die mit ihren Fahrzeugen Wasser für die Löschwagen in den Wald schafften.

Ein weiterer größerer Brand brach im Burgund in der Gemeinde Couchey nahe der Großstadt Dijon aus. 125 Hektar Fläche wurden bereits in Mitleidenschaft gezogen, teile das Departement mit.

Hoffnung am Atlantik

An der Atlantikküste bei Bordeaux, wo die bislang massivsten Brände der Saison in Frankreich auf einer Fläche von 42.000 Hektar gewütet hatten, kämpft die Feuerwehr bei Temperaturen von bis zu 41 Grad und kräftigem Wind unterdessen weiter gegen neu aufflammende Brandherde. Ein erneutes Ausbreiten des Feuers konnte die Feuerwehr mit einem Großaufgebot verhindern.

Wenn die Nacht gut verlaufe, könne man für Einwohner und Touristen „optimistischer sein, da günstige Wetterbedingungen vorhergesagt werden“, sagte die Präfektin von Bordeaux, Sophie Brocas, laut „Ouest-France“. Sie äußerte die Hoffnung, eine Rückkehr zur Normalität „ins Auge fassen zu können“.

Neues Feuer auch in Spanien

In Spanien, das ebenfalls von Bränden heimgesucht wird, brach in einem Nationalpark an der Grenze zu Portugal ein schweres Feuer aus. Wegen erheblichen Risiken für die Anwohner seien zwölf Ortschaften rund um die Gemeinde Fermoselle evakuiert worden, teilte die Regionalregierung der Gemeinschaft Kastilien und León mit. Für zwei weitere Ortschaften gab es Ausgangsbeschränkungen. Etwa 950 Menschen wurden in der betroffenen Region im Nordwesten Spaniens laut Medienberichten in Sicherheit gebracht.

Ministerpräsident Pedro Sánchez erörterte die Lage bei einem Treffen mit König Felipe VI. in Palma de Mallorca. Sie hätten auch über die extreme Gefahr angesichts der Hitze gesprochen, sagte Sánchez. Es sprach von einer äußerst angespannten Waldbrandlage. Derzeit seien in Spanien zehn Feuer unterschiedlichen Ausmaßes aktiv. Angesichts einer neuen Hitzewelle, die bis Sonntag andauern werde, rief der Ministerpräsident die Bevölkerung zu äußerster Vorsicht auf.

Andernorts entspannt sich die Lage

In anderen Gebieten Spaniens entspannt sich die Lage inzwischen langsam. Evakuierungen und Ausgangsbeschränkungen werden nach und nach aufgehoben. Allerdings dürfen noch etwa 9.500 Menschen – alle in der Region Madrid – weiter nicht in ihre Häuser zurück.

Das Feuer in der Sierra Norte im Westen der Gemeinschaft gilt inzwischen als endgültig stabilisiert, ebenso wie das Feuer in der angrenzenden Provinz Toledo südwestlich von Madrid. In Ávila wurden alle die Ausgangssperren und Evakuierungsmaßnahmen aufgehoben.

Sendungsbild
Player: videoErste Rückkehrer nach Waldbränden in Spanie