Frankreich erhöht Zahl seiner Atomsprengköpfe

Von | 3. März 2026

Frankreich wird die Zahl seiner Atomsprengköpfe erhöhen. Das hat Präsident Macron in einer Grundsatzrede angekündigt. Grund seien wachsende globale Bedrohungen. Außerdem soll es gemeinsame Atom-Militärübungen mit Deutschland geben.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat angesichts wachsender globaler Bedrohungen eine „Aufstockung“ des Atomarsenals seines Landes angekündigt. „Ich habe angeordnet, die Zahl der Atomsprengköpfe in unserem Arsenal zu erhöhen“, sagte er in einer Grundsatzrede auf dem Marinestützpunkt Île Longue nahe der westfranzösischen Hafenstadt Brest. Anders als bisher werde Frankreich aber nicht mehr über die Zahl seiner Atomwaffen informieren.

Macron erklärte: „Um frei zu sein, muss man gefürchtet werden. Wer gefürchtet sein will, muss stark sein.“ Er schulde es Frankreich, sicherzustellen, dass die Abschreckung glaubhaft bleibe. Ein größeres Atomarsenal sei unabdingbar. Allerdings solle dies kein Einstieg in einen atomaren Rüstungswettlauf werden.

Michael Strempel, ARD Paris, zu Macrons Grundsatzrede zur atomaren Abschreckung

Zur Begründung der Aufstockung verwies Macron auf wachsende nukleare Bedrohungen weltweit. Konkret nannte er eine wachsende atomare Rüstung Chinas, die zugespitzte Lage im Nahen Osten sowie die Bedrohung durch Russland. Bis 2036 will Frankreich zum Beispiel auch ein neues Atom-U-Boot bauen.

Wachsende globale Bedrohung

In der EU ist Frankreich seit dem Austritt Großbritanniens 2020 die einzig verbliebene Atommacht. Laut dem Friedensforschungsinstitut SIPRI besitzt das Land 290 der weltweit etwa 12.200 Atomwaffen und ist damit nach Russland, den USA und China die viertgrößte Atommacht. Das Land verfügt über vier Atom-U-Boote, von denen Raketen mit Atomsprengköpfen mit einer Reichweite von etwa 10.000 Kilometern abgefeuert werden können.

Auch aus der Luft kann Frankreich Atomwaffen einsetzen. Seine Rafale-Kampfjets können die gut 50 Marschflugkörper des Landes mit Nuklearsprengköpfen abschießen. Diese verfügen offiziell über eine Reichweite von etwa 500 Kilometern. Seit 1992 hat Frankreich sein Arsenal nicht mehr aufgestockt.

Sendungsbild

Rede des französischen Präsidenten Macron zum Atomarsenal.

Das Erste

Einige europäische Staaten haben bereits Macrons Angebot vom vergangenen Jahr angenommen, die nukleare Abschreckung zu diskutieren und europäische Partner in nukleare Übungen einzubeziehen. Frankreich und Großbritannien – das zwar nicht mehr in der EU, aber noch in der NATO ist – verabschiedeten im Juli eine gemeinsame Erklärung. Darin wurde die Koordinierung der Atomstreitkräfte beider Länder vereinbart.

Gemeinsame Militärübung mit Deutschland

Neben der Ankündigung, das Atomwaffenarsenal zu erweitern, kündigte Macron auch gemeinsame Atom-Militärübungen mit Deutschland an. „Deutschland ist ein Schlüsselpartner“, sagte er zur Zusammenarbeit bei der nuklearen Abschreckung. „Die ersten Schritte der Zusammenarbeit werden noch in diesem Jahr beginnen, sie können Besuche strategischer Standorte sowie gemeinsame Übungen umfassen.“

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