Kampf gegen die Flammen im Hürtgenwald

Von | 15. August 2026

Noch immer kämpft die Feuerwehr gegen den Waldbrand im Hürtgenwald in der Eifel. Auch in der Nacht gingen die Löscharbeiten weiter. Die Feuerwehr musste ihre Einsatzzentrale verlegen – der Wind hatte sich gedreht.

Der Waldbrand im Hürtgenwald in der Eifel ist weiterhin nicht unter Kontrolle. Hunderte Feuerwehrkräfte kämpften auch in der Nacht weiter gegen die Flammen. Die Feuerwehr musste ihre Einsatzzentrale verlegen, weil sich der Wind drehte und den Qualm des Waldbrandes zu den Einsatzkräften trug, meldete die Nachrichtenagentur dpa. Die Feuerwehr stellt sich auf einen tagelangen Einsatz ein.

In der Nacht wurde in besonders gefährdeten Bereichen der Personaleinsatz am Boden fast verdoppelt, wie der Sprecher der Feuerwehren im Kreis Düren, Peter Berndgen, sagte. Viele zusätzliche Löschzüge wurden in diese Bereiche geführt.

Alle zwölf Stunden machen sich derzeit rund 500 Feuerwehrleute aus NRW auf den Weg zum Schichtwechsel ins Brandgebiet. Zwei Bergepanzer der Bundeswehr sollten nach Angaben Berndgens auch in der Nacht Schneisen im Bereich der evakuierten Ortschaft Gey schlagen. Damit soll ein Übergreifen des Feuers verhindert werden.

Karte von Deutschland mit Nordrhein-Westfalen und Hürtgenwald

In besonders gefährdeten Bereichen sei der Personaleinsatz am Boden fast verdoppelt worden. Berndgens äußerte sich vorsichtig optimistisch. „Im Moment würde ich sagen, gibt es so eine leichte Tendenz zu einer statischen, heißt also einer stabilen Lage, was uns natürlich sehr freut.“

300 Hektar Wald betroffen

Seit Donnerstagnachmittag sind die Feuerwehrleute im Einsatz gegen die Flammen. Nach Angaben des Kreises Düren sind etwa 300 Hektar Wald von dem Brand betroffen. Weil die Flammen gefährlich nah an den Ortsteil Gey vorgerückt waren, hatte die Feuerwehr am frühen Freitagmorgen die Evakuierung des Ortsteils angeordnet. Heute Nachmittag will sich NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) vor Ort ein Bild von der Lage im Brandgebiet machen.

Der Waldbrand ist nach Einschätzung der Landesregierung wohl der größte in der Geschichte von Nordrhein-Westfalen. Bislang gab es fünf Verletzte. Eine ältere Person habe Herzprobleme bei der Evakuierung bekommen, sagte der Dürener Landrat Ralf Nolten (CDU). Außerdem seien vier Einsatzkräfte leicht verletzt worden. Darunter seien eine Schnittverletzung und Kreislaufprobleme.

Die Löscharbeiten werden durch Weltkriegsmunition auf dem Gelände erschwert. Der Hürtgenwald war 1944 und 1945 Schauplatz schwerer Kämpfe zwischen deutschen und US-amerikanischen Truppen.

Rheinland-Pfalz: Feuer unter Kontrolle

Bei dem großen Waldbrand in der Vordereifel in Rheinland-Pfalz hingegen konnten die Einsatzkräfte am Freitagabend vorerst Entwarnung gegeben. Das Feuer bei Langenscheid sei unter Kontrolle, teilte der Landkreis Mayen-Koblenz mit.

Die Evakuierungswarnungen für die Ortschaften Arft und Langenfeld seien aufgehoben worden. Betroffen von dem Brand waren den Angaben zufolge rund 50 Hektar Fläche. Am Kampf gegen die Flammen seien zwischenzeitlich rund 300 Feuerwehrkräfte und Dutzende zusätzliche Helfer von Organisationen sowie Polizeihubschrauber beteiligt gewesen. Zudem hätten viele Landwirte die Löscharbeiten mit Maschinen und Wasserfässern unterstützt.

Am Freitagnachmittag hatten die Behörden die Einwohner der Orte Langenfeld und Arft per Warnmeldung aufgefordert, Notgepäck bereitzuhalten und „nur das Nötigste für zwei bis drei Tage außer Haus“ einzupacken. Diese Warnung wurde inzwischen wieder aufgehoben.